Thüringer Adjuvantentage
Auf den Spuren der Musikgeschichte
Unter dem Motto „Lauschen, Staunen, Musizieren“ bringen die Thüringer Adjuvantentage Musikbegeisterte und Geschichtsinteressierte an jährlich wechselnden Orten zusammen. Hintergrund des Festivals ist die europaweit wohl einzigartige, reiche Musikkultur im ländlichen Thüringen, die seit der lutherischen Reformation im 16. Jahrhundert maßgeblich durch die sogenannten Adjuvanten getragen wurde.
Adjuvanten waren die Helfer des Kantors, die – von Kindesbeinen an musikalisch geschult – auch im Erwachsenenalter neben ihren Brotberufen auf erstaunlich hohem Niveau sangen und Instrumente spielten. Nicht nur in der Kirche, sondern auch bei weltlichen Feierlichkeiten waren sie gefragte Musiker. Aus diesen Vereinigungen gingen seit dem 19. Jahrhundert vielerorts Kirchenchöre, Gesangvereine und Blasmusikkapellen hervor. Die überlieferten Notensammlungen der Adjuvanten gelten heute als bedeutende Zeugnisse der thüringischen Musikgeschichte.
Mit den Adjuvantentagen soll die reiche Musiktradition der jeweiligen Austragungsorte beleuchtet, aber zugleich auch ein Impuls für das Musikleben in unserer Zeit gesetzt werden: Ein Großteil des Festivals wird von musikalisch aktiven Menschen und Vereinigungen aus der Region gestaltet. Kirchen- und Orgelführungen, Workshops, ein Forum mit Vorträgen zur Musikgeschichte sowie ein umfangreiches Begleitheft vermitteln musikalisches und geschichtliches Wissen. Zahlreiche Gelegenheiten zum gemeinsamen Singen und Musizieren sowie Bastelangebote für Kinder laden alle Gäste dazu ein, selbst aktiv zu werden. Der Höhepunkt der Adjuvantentage ist ein Festkonzert, in dem Alte-Musik-Spezialisten Werke präsentieren, die einst von den Vorfahren am selben Ort aufgeführt wurden.







